Bericht Besichtigung des Kriminalmuseums

Am Abend des 5. November 2013 trafen sich knapp 20 Angehörige der Sektion Zürich / Schaffhausen zu
einem etwas speziellen Anlass. Dieses Mal war der geführte Besuch des Kriminalmuseums der Kantonspolizei
Zürich auf der Veranstaltungsliste. Viele fragten sich vielleicht, was sie hier antreffen würden. Leichen in
mumifizierter oder Wachsform? Ein Blutbad neben der anderen? Womit können denn der Kanton und die
Stadt Zürich denn ein ganzes Museum füllen, das erst noch sehr häufig von vielen Erwachsenen besucht
wird.

Nach einer eindrücklichen, multimedialen Präsentation und dem gelungenen neuen Werbefilm der Kantonspolizei,
durften wir endlich die vielen Gegenstände begutachten, welche die Kantonspolizei in den vielen
Jahren des Bestehens des Zürcher Polizeicorps zur Lösung von Kriminalfällen und deren Sühnung genutzt
hatte. Von Prangern, über einfache Fotoapparate für Verhaftungsfotos bis zur Fingerabdruckabnahme.
Zum Abschluss dieses ersten Teils durften wir auch einen längeren Blick in die grosse Waffensammlung
des Museums werfen, wo viele ehemalige und noch heute genutzte Handfeuer- und andere Schusswaffen
der Kantonspolizei ausgestellt sind. Auch durfte natürlich das Waffenequipment der Einsatzgruppe „Diamant“
nicht fehlen. Wir durften sogar einmal in aller Ruhe ein Gummischrottgeschoss von näherem Betrachten
ohne es an den Kopf zu bekommen.

Im zweiten Teil der Führung streiften wir durch die Zürcher Kriminalgeschichte und deren brisanteste Fälle.
Aber zunächst wurden wir durch unseren kompetenten Referenten im Fachsprachengebrauch auf einen
angemessenen Level gebracht, denn wer weiss einfach so den Unterschied zwischen „vorsätzlichem Mord“,
„fahrlässiger Tötung“ oder „Totschlag“? Ähnliche Worte, welche aber bei der Kriminalpolizei grosse Unterschiede
haben.

Wie weiter oben erwähnt, streiften wir nun so durch die aufsehenerregendsten Kriminalfälle von Zürich:
Postraub auf die Fraumünsterpost 1997, ein Pilzgiftmord, ein riesen Spionagefall mit Agenten aus der ehemaligen
DDR. Zwischendurch bekamen wir auch Einblicke in eine Handvoll Fälle aus Szenenmorden (Drogen,
Exorzismus, …). Die wohl drei bekanntesten Terrorfälle der Schweiz sparte sich unser Referent selbstverständlich
bis zum Schluss auf: Dies war der Angriff auf eine EL AL-Maschine am 18. Februar 1969 in Kloten
durch vier Fatah-Anhänger, den Bombenanschlag auf eine Convair Coronado der Swissair am 21. Februar
1970 und die Flugzeugentführung einer DC-8 der Swissair nach Zerqa im September 1970. Habt ihr
zudem gewusst, dass aufgrund des Anschlages in Kloten heute noch alle EL AL-Maschinen auf dem Rollfeld
des Flughafens Zürich erhöhten Polizeischutz in Form von Radschützenpanzern haben?
Nach dieser spektakulären Führung, welche durch die Besucher mit gebührendem Applaus verdankt wurde,
gingen wir es ein wenig ruhiger an und liessen den Abend bei einem Bierchen im Restaurant Reithalle ausklingen.