Zum Gedenken an Ehrenmitglied Four Jürg Georg Hemmi (1935-2019)

Am 8. Dezember 2019 hat sich der Lebenskreis unseres Ehrenmitglieds Jürg Georg Hemmi für immer geschlossen. Am 13. Dezember fand sich eine grosse Trauergemeinde mit den Fahnendelegationen des Schweizerischen Schiessportverbandes, des Bündner Schiesssporverbandes, der Schützengesellschaft der Stadt Chur und der Bündner Fouriere in Chur ein, um ihm auf dem Hof in Chur die letzte Ehre zu erweisen.

1972 wurde Four Jürg Georg Hemmi an der Generalversammlung in Savognin zum Schützenmeister der Sektion Graubünden gewählt. In Anerkennung seiner geleisteten Arbeit wurde ihm an der Generalversammlung 1985 in Thusis die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Der Laudatio ist und anderem zu entnehmen: “Nach bestandener Rekrutenschule in der Genie RS 235 in Brugg im Jahr 1955 bestand er auch den Vorkurs 1 für Küchenchefs und die UOS als Küchenchef. Die folgende RS 1956 ebenfalls als Küchenchef, um dann noch im gleichen Jahr die Fourierschule zu absolvieren. In den folgenden Jahren haben ihn dann die Angehörigen der Mot Sap Stabskp 33, die Sap Kp III/12 und die Mi Kp III/52 als Kp Fourier kennen und schätzen gelernt. Als ehemaliger Militärküchenchef und Fourier hat er die Belange unseres Verbandes vertreten, geprägt und gestärkt. Während vielen Jahren hat er die Geschicke unserer Fouriere im Schiessen geleitet und es auch hier verstanden, aus manchem weniger guten Schutzen einen treffsicheren Fourier auszubilden.“

Im Schiesswesen engagierte er sich ausserordentlich stark und zeichnete sich durch eine hohe Fachkompetenz aus. Während mehrerer Jahre war er neben seinen Vorstandstätigkeiten im Bündner Schiesssportverband und in der Schützengesellschaft der Stadt Chur auch Mitglied des Zentralvorstandes des damaligen Schweizerischen Revolver- und Pistolenverbandes (SRPV).

Den Fourieren bleibt Jürg Hemmi sicher allen in lebhafter Erinnerung. Er war ein “Turbo“. Wir erlebten ihn nicht nur als Schützenkameraden und Schützenmeister, sondern auch als Küchenchef, Organisator und ausgezeichneten Improvisator. Bei der Lösung von auftauchenden Schwierigkeiten war er nie verlegen. Auch für einen Scherz unter Kameraden war er immer zu haben. Und deren gab es zahlreiche unvergessliche.

In den 1970er Jahren kamen damalige Kameraden auf die Idee, die Verpflegung und die Festwirtschaft an Anlässen militärischer Verbände, oder solche von öffentlichem kantonalem oder schweizerischem Interesse durchzuführen, um die Sektionskasse aufzubessern. In der Folge wurden zahlreiche anspruchsvolle Aufträge angenommen, bei denen Jürg Hemmi federführend mitwirkte. Anfangs 80er Jahre nährte sich in ihm der Wunsch, eine pferdegezogene Fahrküche anzuschaffen, deren Kauf dann im Einverständnis mit den am Anlass Beteiligten mit dem Erlös aus der Festwirtschaft am letzten Vorbeimarsch der Gebirgsdivision 12 im Herbst 1981 vollzogen werden konnte. Leider wurde dieses Bijoux mit Jahrgang 1913 dann im Zuge der Auflösung der Zeughäuser Ende 2005 aus dem AMP entwendet und nicht mehr aufgefunden. Das gab ihm sichtlich zu schaffen. Am 2. Oktober 2011 schrieb er dann unter anderem ins Stammbuch: “I suffa ins Elend, miar findet üsari Fahrkuchi nümma. I bi so truurig“.

Die wohl grösste kulinarische und logistische Herausforderung war die Sicherstellung der Verpflegung am 11. Schweizerischen Polizeimusiktreffen in Chur vom 18./19. Juni 1988, an welchem auf Befehl des damaligen Bündner Polizeikommandanten weder Einweggläser noch Einweggeschirr und –besteck verwendet werden durften.

Auch an Reminiszenzen aus seiner Militärdienstzeit mangelt es nicht. In etwa so dürfte sich eine der folgenden Begebenheiten zugetragen haben: Es mag wohl anfangs der 1960er Jahre gewesen sein, als seine Sappeur-Einheit in einem WK im Engadin (Standort allerdings unbekannt) für zivile Bauarbeiten eingesetzt wurde. Four Hemmi liess dann in der Nähe des Arbeitsortes eine behelfsmässige Küche mit Kantine einrichten, um die Soldaten möglichst gut zu versorgen. Um Geld zu sparen kam er auf die Idee, die gebrannten Wasser und die Zigaretten im benachbarten Livigno (I) einzukaufen. Gesagt, getan fuhr er mit seinem Motorfahrer im Militärjeep dorthin. In jenem WK war aber hoher Besuch angesagt. Der damalige strenge Kommandant der Gebirgsdivision 12 inspizierte die Einheit zusammen mit seinem Vorgesetzten, dem Kommandanten des Gebirgsarmeekorps 3. Beim Besuch in der Kantine forderte der Divisonär den Fourier auf, ihm das Zigarettenpäckchen zu zeigen. Der Korpskommandant seinerseits erfasste das sich anbahnende Problem blitzschnell und bat den Fourier, ihm eine Zigarette zu geben. Dieser nahm sie, zündete sie genüsslich an und sagte dann: “So, Fourier, jetzt dürfen Sie sagen, dass auch der Korpskommandant eine geschmuggelte Zigarette geraucht habe.“

Lieber Jürg, wir danken Dir für die vielen gemeinsamen kameradschaftlichen Stunden, die wir miteinander verbringen durften. Wir durften aber auch viel von Dir lernen und danken Dir für alles, was Du für die Sache des Fouriers und ganz besonders für die Sektion Graubünden getan hast.

Alex Brembilla

Rückblick auf die im Jahr 2019 durchgeführten Anlässe

Besichtigung der Alpkäserei Parpan
Ende August 2019 besuchte eine stattliche Anzahl Mitglieder mit Anhang die Alpkäserei Parpan, deren Betrieb zur Bündner Landwirtschaftsschule Planatahof gehört. In der Alpkäserei werden pro Jahr zwischen 250‘000 – 270‘000 l Milch verarbeitet. Gekäst wird bekanntlich nicht mit Vollmilch. Deshalb wird neben dem Käse auch Butter verarbeitet. Eine Faustregel besagt, dass aus der Milch 10 % Käse und 1 % Butter produziert werden kann. Neben den Käse- und Milchprodukten gehört unter anderem auch ein Käsesalsiz zur Produktepallette. Im Betrieb selber gibt es einen Selbstbedienungsladen. Auswärtige Absatzkanäle sind Verkaufsläden in der Region und die Gastronomie. Die Bezeichnung “Alpkäse“ darf nur dann verwendet werden, wenn sich die Käserei im entsprechenden Perimeter des Alpgebietes befindet. Beim anschliessenden Raclette-Essen wurden die Teilnehmer mit altem und neuem, mildem und rezentem Käse grosszügig verwöhnt. Dazu durfte aber auch ein feiner Tropfen “Completer“ aus der betriebseigenen Produktion des Plantahofs nicht fehlen.

Herbstübung mit dem RUC Reutlingen in Chur und Bergün Traditionsgemäss fand die jährliche Herbstübung mit dem befreundeten Reserve-Unteroffiziers-Corps Reutlingen (RUC) wieder in der Schweiz statt. Diesmal standen Mitte Oktober ein Besuch des Bahnmuseums der Rhätischen Bahn in Bergün und eine Stadtführung in Chur auf dem Programm. Das Museum erzählt die eindrückliche Geschichte der Albula-Linie, die 1903 eröffnet wurde und heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Unter der kompetenten Leitung eines pensionierten kantonalen Raumplaners erfuhren die Teilnehmer viele interessante Informationen über die Entstehung dieses gigantischen Projektes. In den verschiedenen multimedial gestalteten Räumen konnten sich die Besucher voll und ganz in die Geschichte einer der spektakulärsten Bahnlinien der Schweiz vertiefen. Von Interesse ist auch die Modelleisenbahnanlage, die die Linienführung, die verschiedenen Bahnhofgebäude, die Brücken und Tunnels in Miniaturform darstellt. Mit Restaurant und Souvenirladen bietet das Museum den Gästen zudem einen ganzheitlichen Service an. Am Sonntag vor der Abreise fand eine erlebnisreiche Führung unter der Leitung eines ausgewiesenen Kenners durch die Churer Altstadt statt. Über die älteste Stadt der Schweiz gibt es viel zu erzählen. Hier dürften auch Teilnehmer, die vielleicht schon mehrere Male an Führungen mitgemacht haben, die Stadt aus einem anderen Blickwinkel neu entdeckt haben. Die Ausführungen über die bewegende Geschichte der Stadt und ganz besonders über die Episoden, die untrennbar mit den verschiedenen Plätzen, Brunnen und Gebäuden verbunden sind, waren einmal mehr sehr spannend.

Stamm im Restaurant Otello in Chur
Der jeweils am ersten Montag im Monat stattfindende Stamm erfreut sich grosser Beliebtheit. Die Anzahl Teilnehmer blieb auch im Jahr 2019 konstant. Alle Mitglieder sind herzlich willkommen.

Ausserordentliche Generalversammlung vom 25. November 2017  ao_GV_Nov2017

Pressebericht des Bündner Tagblatt über die Jubiläums-GV 2014

Hier der Bericht der Jubiläums-GV 2014