Rückblick Anlässe Regionalgruppe Graubünden Nord

Herbstübung beim RUC Reutlingen (D)

Turnusgemäss haben unsere Kameraden des Reserve-Unteroffiziers Corps Reutlingen die
Bündner Fouriere am Wochenende vom 28./30. September 2018 nach Deutschland eingeladen.
Auf dem Programm standen der traditionelle Kameradschaftsabend, eine einmalige Bahnrundreise
von Reutlingen nach Münsingen mit der original württembergischen Zahnraddampflok
97501 und einem Segelflug auf dem Fluggelände Übersberg.

Am Freitagabend fanden sich die Kameraden der beiden befreundeten militärischen Vereine mit
ihren Ehefrauen im Restaurant Karlshöhe in Betzingen zum Kameradschaftsabend ein.

Am Samstagmorgen führte uns dann das Programm zum Bahnhof Reutlingen, wo wir eine über
achtstündige Tagesrundreise mit der 97 501 von Reutlingen nach Münsingen antraten. “Paula“,
wie sie genannt wird, ist zum 125 Jahr-Jubiläum auf die Strecke zurückgekehrt, für die sie einst
konstruiert wurde. Vor dem Start zur Reise hatte die 4 Mann starke Besatzung schon einen halben
Tag lang an der Maschine gearbeitet. Abdampfen, Abschmieren, Lager entwässern, Bremsen
belüften und den Unterboden kontrollieren. Auch das Anheizen braucht 3 bis 4 Stunden. Es
muss langsam erfolgen. Die Temperatur-Unterschiede müssen gering sein, damit sich der Stahl
nicht verziehen kann. Auch das Betanken ist ein Kraftakt. 1,5 Tonnen Kohle und 5,3 m3 (5‘300
l) Wasser passen in den “Kohlebunker“ und Wassertank. Mit dieser Füllung schafft die Lok
durchschnittlich 30 Kilometer. Deshalb war ja auch ein separater Tank mit einem Füllvermögen
von schätzungsweise 25‘000 Litern Wasser angehängt.

Die Tagesrundreise war ein Erlebnis. Der Zug hatte alles, was es für eine längere Fahrt brauchte,
nämlich ein Bordrestaurant mit einem Service-Wagen, ein einfaches WC, Licht und Heizung.
Aber immer wieder stand das Anhalten auf dem Programm, sei es um die regulären Züge auf
dem komplizierten Schienennetz abzuwarten oder um wieder Wasser zu tanken. Weil der grosse
Wassertank in der Zugsmitte stand, musste zum Tank der Lok ein Schlauch gelegt werden.
Ein ungünstiger längerer Wasserhalt musste auch am etwas abgelegenen einsamen Bahnhof
Westerstetten eingelegt werden. Und irgendwann passierte es, dass der Schlauch beschädigt
wurde, was die Maschinisten zwang, den Tank an einer grösseren Bahnstation auf einem Nebengeleise
in die Nähe der Lok zu fahren.

Dass aber ein solches Jubiläum mit einer originalen Dampflock gefeiert werden kann, ist nicht
selbstverständlich. Als der Verein Zahnradbau-Honau-Liechtenstein (ZHL) die Lok im Jahr 1985
erwarb, war sie fast schrottreif. Denn sie stand viele Jahre als Denkmal im Freien. Über 30 Jahre
hinweg wurde über 30‘000 Stunden für ihre Instandstellung gearbeitet. Und nach einem 5
Jahre dauernden teuren Bewilligungsverfahren genehmigte das Eisenbahn-Bundesamt die
technischen Anpassungen. Am 29. September wurde die alte Dampflok während einer etwas
abenteuerlichen Fahrt nun definitiv in das Depot Münsingen überführt.

Eine weitere Überraschung erwartete die Teilnehmer auf dem Segelfluggelände Übersberg. Alle
Schweizer Teilnehmer hatten noch nie einen Segelflug absolviert. Bei bestem Herbstwetter und
trotz geringer Thermik kamen alle, die fliegen wollten, ganz auf ihre Rechnung. Es waren rasante
Seilstarts in jene Sphären, wo die Freiheit wohl grenzenlos ist. Der Flug über Reutlingen,
Riedlingen, die Schwäbische Alb mit der Sicht nach allen Richtungen ist ein einmaliges Erlebnis.

Wir danken unseren Kameraden vom RUC Reutlingen ganz herzlich für ein unvergessliches
Wochenende. Nächstes Jahr sind sie wieder Gäste im Bündner Land.
Bild A.B.: Zahnraddampflok "Paula" 97 501

Zahnraddampflok 97501 Paula

Besichtigung der Alpkäserei Parpan

“Die Alpkäserei im alten Heustall der Plantahof Alp ist ein faszinierendes Gemeinschaftsprojekt.
Eine moderne Alpmilchverarbeitung in einem über 100 Jahre alten Alpstall, als Anpassung an
die heutigen wirtschaftlichen Verhältnisse.“ So heisst es auf der Homepage.
Während der Sommersaison bietet die Alpkäserei Parpan Besichtigungen mit anschliessenden
Degustationen im Alpstübli an. Ende August besuchte der “harte Kern“ der Regionalgruppe
Graubünden Nord den zum Plantahof gehörenden Betrieb in der Gemeinde Churwalden. Die
Teilnehmenden wurden von Carl Brandenburger herzlich begrüsst. Zur Einstimmung in die Besichtigung
gab es ein frisches hausgemachtes Erdebeer-Joghurt.
Zum Einzugsgebiet der Genossenschaft gehören die Alpen Chötzenberg, Stätz und Plantahof.
Die Alp Buol von Lenz, die nicht Mitglied ist, liefert ihre Milch ebenfalls zum Käsen in diesen
Betrieb ab. Die auf den erwähnten Alpen gesömmerten 270 Kühe gehören zu einem grossen
Teil Churwaldner Bauern und zu einem kleineren Teil auch Landwirten aus den Kantonen Luzern,
Zürich, Appenzell und St. Gallen.
Eine gute Kuh gibt zu Spitzenzeiten 20 – 25 l Milch pro Tag. Auf die Alpsaison umgerechnet
ergibt dies eine Produktion von rund 1‘000 l pro Tier. Zu Spitzenzeiten im Hochsommer werden
in der Käserei 5‘000 – 7‘000 l Milch verarbeitet. Nachdem das Käsekessi nur 4‘000 l umfasst,
muss der Käser im Hochsommer täglich und später dann jeden zweiten oder dritten Tag zweimal
käsen. Dabei muss die Milch in die bestehenden Formen gleichmässig abgefüllt werden.
Ein Alpkäse wiegt 5 kg.
In der Alpkäserei werden pro Jahr zwischen 250‘000 – 270‘000 l Milch verarbeitet. Gekäst wird
bekanntlich nicht mit Vollmilch. Deshalb wird neben dem Käse auch Butter verarbeitet. Eine
Faustregel besagt, dass aus der Milch 10 % Käse und 1 % Butter produziert werden kann.
Beim anschliessenden Zvieriplättli gab es dann ausgiebig Gelegenheit, die Köstlichkeiten, wie
z.B. alten, milden oder rezenten Alpkäse, aber auch die “Mutschli“ zu degustieren. Selbstverständlich
durften dabei auch das Bündnderfleisch, der Rohschinken oder Speck und der Pinot
noir aus der betriebseigenen Produktion des Plantahofs nicht fehlen.
Neben den Käse- und Milchprodukten gehört auch ein Käsesalsiz zur Produktepallette. Im Betrieb
selber gibt es einen Selbstbedienungsladen. Auswärtige Absatzkanäle sind Verkaufsläden
in der Region und die Gastronomie. Die Bezeichnung “Alpkäse“ darf nur dann verwendet werden,
wenn sich die Käserei im entsprechenden Perimeter des Alpgebietes befindet.
Bild A.B.: Im Alpstübli Parpan beim Zvieriplättli

Alpstübli Parpan